Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens sind unter Padelspielern ein häufiges Thema, und viele fragen sich, ob ein anderer Schläger helfen könnte. Die ehrliche Antwort lautet: Die Ausrüstung kann die Belastung verringern, ist aber für sich genommen keine Behandlung. Die Schmerzen können verschiedene Ursachen haben und hängen auch von Technik, Spielumfang und körperlicher Verfassung ab.
Dieser Ratgeber dient nur der Information und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin, eines Arztes oder einer Physiotherapeutin. Bei anhaltenden Schmerzen solltest du dich zuerst an medizinisches Fachpersonal wenden. Hier geht es nur um eine praktische Frage: Auf welche Eigenschaften kannst du achten, um einen armschonenderen Schläger zu finden?
Warum der Schläger einen Unterschied machen kann
Bei jedem Treffer erreicht ein Teil der Energie den Arm in Form von Vibrationen und Belastung. Wie groß sie ist, hängt davon ab, wie oft du schlägst, wie steif der Schläger ist, wie das Gewicht verteilt ist und wo du den Ball triffst. Außermittige Treffer verdrehen die Schlagfläche und übertragen in der Regel mehr auf Handgelenk und Unterarm.
Garantien gibt es jedoch nicht: Kein Modell kann versprechen, einen Tennisarm zu verhindern oder zu heilen, und das Empfinden ist von Mensch zu Mensch verschieden. Betrachte die folgenden Punkte als allgemeine Grundsätze, die du an deinem eigenen Arm und zusammen mit deiner behandelnden Fachperson überprüfen solltest.
Auf diese Eigenschaften kannst du achten
In unserem Katalog findest du einen eigenen Filter für den Arm- und Ellenbogenkomfort, den du mit Form, Material und Gewicht kombinieren kannst. Im Allgemeinen haben die als besonders komfortabel geltenden Schläger diese Eigenschaften:
- Weichere Materialien: Glasfaser und einige Hybrid-Modelle wirken meist weniger steif als eine harte Carbon-Schlagfläche.
- Niedrige oder mittlere Balance: Gewicht nahe am Griff verringert den Kraftaufwand beim Bewegen des Schlägers. Die runde Form ist oft ein guter Ausgangspunkt.
- Großer Sweetspot: Er macht außermittige Treffer seltener, und gerade diese sind am unangenehmsten.
- Moderates Gewicht: Ein zu schwerer Schläger ermüdet, aber ein zu leichter kann dazu führen, dass du mit dem Arm ausgleichst. Der Ratgeber dazu, wie schwer ein Padelschläger sein sollte, hilft dir bei der Orientierung.
Was du vorsichtiger bewerten solltest
Manche Eigenschaften sind nicht grundsätzlich auszuschließen, verdienen aber Aufmerksamkeit, wenn dein Arm empfindlich ist. Diamant-Schläger konzentrieren das Gewicht im Kopf und fordern den Arm stärker. Sehr steife Schlagflächen aus Carbon geben direktere Rückmeldung und verlangen schnelle, sauber getroffene Schläge.
Vorsicht auch bei abrupten Wechseln: Der plötzliche Umstieg auf einen deutlich schwereren oder kopflastigeren Schläger kann die Belastung erhöhen. Wenn du das Modell wechseln möchtest, gehe schrittweise vor und beobachte in den folgenden Einheiten, wie dein Arm reagiert.
Es liegt nicht nur am Schläger
Selbst das komfortabelste Modell kann nicht alles ausgleichen. Diese Punkte solltest du mit einem Trainer oder mit einer Fachperson besprechen:
- Technik: Ein zu fester Griff und eine Bewegung, die nur aus dem Handgelenk oder Unterarm kommt, können die Belastung erhöhen.
- Spielumfang: Eine plötzliche Steigerung der wöchentlichen Spiele ist eine häufige Ursache für Überlastung.
- Griffstärke: Eine zu deiner Hand passende Stärke verhindert, dass du zu fest zudrückst. Ein neues Overgrip kostet wenig und kann das Gefühl bereits verändern.
- Erholung: Aufwärmen, ausreichend Ruhe und ein eventuelles Übungsprogramm solltest du mit deiner behandelnden Fachperson abstimmen.
Fragen, die du dir vor dem Kauf stellen solltest
Bevor du ein neues Modell wählst, versuche diese Fragen zu beantworten. Sie können dir helfen zu verstehen, ob das Problem wirklich am Schläger liegt, und die Situation deiner behandelnden Fachperson besser zu erklären.
- Sind die Beschwerden nach einem Schlägerwechsel aufgetreten oder nachdem du mehr gespielt hast?
- Spürst du sie stärker bei einem bestimmten Schlag, etwa bei der Bandeja, beim Smash oder beim Rückhand-Volley?
- Wie viel wiegt dein aktueller Schläger und wo liegt sein Gewicht?
- Wann hast du zuletzt das Overgrip gewechselt und wie fest hältst du den Griff im Ballwechsel?
- Hast du schon eine Ärztin, einen Arzt, eine Physiotherapeutin oder einen Trainer um Rat gefragt?
So wählst du in der Praxis
Probiere nach Möglichkeit zwei oder drei verschiedene Modelle in einigen kurzen Einheiten aus und notiere, wie sich dein Arm in den folgenden Stunden und am nächsten Tag anfühlt. Der erste Eindruck auf dem Platz sagt nicht immer alles. Beginne mit einem fehlerverzeihenden Schläger, der oft auch für Anfänger geeignet ist, und erhöhe Steifigkeit oder Gewicht nur, wenn dein Arm gut darauf reagiert.
Jage keiner Wunderlösung hinterher und sei skeptisch, wenn jemand verspricht, die Schmerzen mit einem einzigen Modell zu beseitigen. Einen vollständigen Überblick über die Auswahlkriterien bietet dir auch der Ratgeber Padelschläger richtig wählen.
Häufige Fragen
Kann ein Schläger einen Tennisarm heilen?
Nein. Ein komfortablerer Schläger kann dazu beitragen, die Belastung zu verringern, er ist aber keine Therapie. Wenn die Schmerzen anhalten, brauchst du eine Untersuchung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Physiotherapeutin.
Ist bei Ellenbogenschmerzen ein leichter oder ein schwerer Schläger besser?
Meist sucht man ein moderates Gewicht mit niedriger oder mittlerer Balance. Ein zu schwerer Schläger ermüdet, während ein zu leichter mehr Vibrationen übertragen und dich dazu verleiten kann, die Bewegung zu erzwingen.
Ist Glasfaser immer komfortabler als Carbon?
Sie wirkt oft weicher, aber das hängt von der gesamten Konstruktion ab, einschließlich des Kerns. Es gibt relativ komfortable Carbon-Schläger und wenig geeignete Glasfaser-Schläger, deshalb lohnt sich ein Test, wenn er möglich ist.
Kann ich weiterspielen, wenn mir der Ellenbogen wehtut?
Diese Frage solltest du medizinischem Fachpersonal stellen, das deinen Fall beurteilen kann. Wer ohne fachlichen Rat trotz Schmerzen weiterspielt, kann die Situation verschlimmern.